Interview: Henning Borkeloh, Leiter Advanced Technology Solutions, Kuka Systems

„Wir bereiten den Weg für die wandlungsfähige Montage“

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Wie Kuka Systems den Leichtbauroboter LBR iiwa im Markt etablieren will, das erläutert Henning Borkeloh, der Leiter des neuen Bereichs Advanced Technology Solutions, im Interview mit der Automationspraxis. Er verspricht durch die sensitiven und sicheren Roboter wandlungsfähige Montagesysteme für kleine und große Unternehmen.

Was genau macht der neue Bereich Advanced Technology Solutions der Kuka Systems?

Borkeloh: Wir konzentrieren uns auf anspruchsvolle und wandlungsfähige Montagelösungen basierend auf dem Leichtbauroboter LBR iiwa und der Mensch-Roboter-Kollaboration – kurz MRK – sowie den Einsatz von Kleinrobotik gepaart mit intelligent genutzter Sensorik. Sensorbasierte Roboterführung und ortsflexible Robotersysteme sowie automatisierte Prozesse für die Großserienfertigung von Faserverbundwerkstoffen runden unser Portfolio ab.
Der LBR iiwa wird ja von den Kuka Labs entwickelt: Wie arbeiten bei der Vermarktung der Leichtbau-Robotik die drei Firmen-Säulen Roboter, Systems und Laboratories zusammen?
Borkeloh: Die drei Unternehmungen arbeiten aus unterschiedlichen Blickpunkten an der Markteinführung des LBR iiwa. Hierbei übernimmt der Bereich ATS die Funktion der Applikations- und Marktinformationsdrehscheibe. Die Entwicklung der LBR Applikationen erfolgt in gemeinsamer Abstimmung. Das gewonnene Applikations-Knowhow fließt dann ergänzend in die Hard- und Softwareentwicklung von Laboratories und Roboter ein.
ATS ist also quasi das hausinterne Systemhaus, das mit dem LBR iiwa innovative Pakete schnürt?
Borkeloh: Der Bereich Advanced Technology Solutions ist mehr als ein hausinternes Systemhaus. Die Kuka Systems besitzt aus der Historie heraus das nötige planerische Knowhow, um komplette Anlagensysteme zu bauen. Für den sich neu definierenden Markt der Leichtbaurobotik müssen neben den Technologien auch Planungs- und Engineeringprozesse sowie entsprechende Tools definiert werden. Auch durch die Kooperationen mit den großen Automobilisten können wir die Anforderungen der Branche in den Produktlaunch einbringen.
Zielen Sie mit Leichtbaurobotik und Mensch-Roboter-Kollaboration also eher auf die Montagelinien der großen Automobilbauer? Oder doch mehr auf Mittelständler, die die klassische Industrierobotik bislang abschreckt?
Borkeloh: Für jeden ist etwas dabei. Ob für den Automatisierungseinsteiger oder als Erweiterung in eine bestehende Anlage. Bei der flexiblen Automatisierung geht es um viele Prozesse, die man bisher nicht oder nur schwer mit einem Industrieroboter automatisieren konnte. Hierbei kommt es nicht darauf an, ob es sich um kleine Betriebe, Mittelständler oder Großkunden handelt. Jeder hat in seiner Produktion das Potenzial einer Automatisierung. Mit dem neuen Konzept haben wir die Möglichkeit, Arbeitsgänge wie Montage, Prüfen und Handhaben ganz einfach zu automatisieren.
Was sind die vielversprechendsten Einsatzszenarien: Steht mehr für Sie die Mensch-Roboter-Kollaboration, Stichwort sicherer Assistent, im Fokus oder eher die sensitive Robotik für die feinfühlige Montage?
Borkeloh: Ich denke, es gibt einen fließenden Übergang von der feinfühligen Montage in die schutzzaunlose Kooperation. Wandlungsfähige Montagesysteme werden den LBR iiwa in beiden Einsatzgebieten nebeneinander wirtschaftlich nutzen und je nach Auslastung mit mehr oder weniger Robotern oder Werkern kombinieren.
Wird der Roboterassistent in der Fabrik eines Tages so alltäglich sein wie der PC im Büro?
Borkeloh: Bis vor ein paar Jahren hat man die fahrerlosen Transportsysteme belächelt, heute sind diese Systeme in vielen Produktionen selbstverständlich. Es gibt keine Berührungsängste mehr, der Werker und die automatisierten Prozesse haben sich homogenisiert. Dieselbe Entwicklung ist für den MRK-Einsatz von Robotik und mobiler Robotik bereits heute zu erkennen.
Der LBR iiwa sowie der schnelle Kleinroboter KR Agilus haben viele Gemeinsamkeiten, zum Beispiel Traglast oder auch Größe. Warum also die Differenzierung der zwei Roboter?
Borkeloh: Bislang haben Traglast und Reichweite, eventuell noch Dynamik die klassische Robotik geprägt. Mit der sensitiven Leichtbaurobotik ergeben sich aber ganz neue Maßstäbe. Aus Sicht der Applikation betrachtet gibt es daher nur noch wenige Gemeinsamkeiten der beiden Robotertypen. Der KR Agilus beispielsweise ist für taktzeitspezifische Tätigkeiten geeignet, gehört allerdings wie alle anderen Industrieroboter hinter den Zaun. Der LBR iiwa dagegen ist mit seiner Feinfühligkeit und Sensitivität der perfekte Helfer neben dem Werker.
ATS kümmert sich ja auch um die Entwicklung von Fertigungsprozessen für Faserverbundwerkstoffe: Steht hier ebenfalls der LBR iiwa im Mittelpunkt?
Borkeloh: Hier müssen wir etwas unterscheiden. Der Schwerpunkt des LBR iiwa liegt rein in Montage-, Handlings- und Prüfaufgaben. Die Advanced Technology Solutions beschäftigt sich im Bereich Faserverbund momentan mit Portallösungen für die Luft- und Raumfahrt. Die Anforderungen in Sachen absolute Genauigkeiten sind hier enorm. Hierfür haben wir eigens eine Multifunktionale Zelle entwickelt, in der Fügeprozesse und industrielle Verarbeitung von Faserverbundstoffen mit präzisem Roboterfräsen getestet werden. ab
Kuka Systems GmbH www.kuka-systems.com
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