Anforderungen aus der Maschinenrichtlinie erfüllen– fünf Kriterien zeigen, wann es sich nicht um eine wesentliche Änderung handelt

Umbauten oder Modernisierungen an Maschinen: Wenn der Betreiber zum Hersteller wird

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Nimmt ein Betreiber im Zuge von Umbauten oder Modernisierungen Änderungen an seinen Maschinen vor, wird er unter Umständen rechtlich zum Hersteller. Bei einer wesentlichen Änderung muss er sogar alle Anforderungen aus der Maschinenrichtlinie erfüllen.

„Eine Hilfestellung zum grundsätzlichen Procedere leistet die nationale Interpretation im Bund-Länder-Papier ,Wesentliche Veränderung von Maschinen‘ vom 7. September 2000“, berichtet Torsten Gast, Leiter Competence Center Safety bei Phoenix Contact Electronics. „Anhand des empfohlenen Ablaufs lassen sich beabsichtigte Änderungen an Maschinen auf wesentliche Änderungen im Sinne des Produktsicherheitsgesetzes überprüfen.“ Wichtig sei dabei eine reproduzierbare Vorgehensweise. „Der Betreiber muss sämtliche Schritte lückenlos belegen.“

Um die Gefährdungen und Risiken gemäß des Interpretationspapiers zu erfassen, könne die harmonisierte Norm DIN EN ISO 12100 herangezogen werden. Die Normen DIN EN 62061 oder DIN EN ISO 13849-1 bieten sich zur Einschätzung der Gefahren und Risiken an, so Gast. „Jede Gefährdung, die aus den geplanten Änderungen an den Maschinen resultiert, wird einzeln einer Prüfung und Bewertung gemäß Reihenfolge im Interpretationspapier unterzogen.“
Sobald eines der folgende Kriterien zutrifft, handelt es sich nicht um eine wesentliche Veränderung:
• Kriterium 1 besagt, dass die Änderung keine zusätzlichen neuen Gefährdungen erzeugt und vorhandene Risiken nicht durch diese Modifika- tion erhöht werden. Dazu werden die jeweiligen Gefahren und Risiken vor und nach der Änderung aufgenommen und auf Basis der Risikoparameter evaluiert.
• Kriterium 2 geht davon aus, dass die bestehenden sicherheitstechnischen Maßnahmen ausreichen. Der Betreiber muss also feststellen, ob das Schutzniveau der existierenden Maßnahmen für die in der vorausgehenden Analyse ermittelten neuen Gefährdungen respektive höheren Risiken genügen.
• Kriterium 3: Durch zusätzliche trennende Schutzeinrichtungen wird ein zufriedenstellendes Schutzniveau erreicht. Ähnlich wie bei Kriterium 2 muss die angedachte Lösung dann beurteilt und mit den abzudeckenden Gefährdungen verglichen werden.
• Kriterium 4: Die neuen Gefährdungen und unter Umständen erhöhten Risiken führen nicht zu irreversiblen Verletzungen oder hohen Sachschäden. Die Betrachtungen sollten hier ausreichend detailliert dokumentiert sein und eine Beschreibung der Gefährdungssituation umfassen. Auf dieser Grundlage werden anschließend die Folgen bei einem Schadenseintritt eingeschätzt.
• Kriterium 5 basiert auf der Annahme, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit des Schadensfalls nicht hoch ist. Die entsprechenden Gefährdungen sind im Rahmen der vorhergehenden Kriterien bereits analysiert worden.
„Trifft keines der fünf aufgelisteten Entscheidungskriterien zu, liegt eine wesentliche Veränderung im Sinne des ProdSG vor“, so Gast. „Der Betreiber wird somit zum Hersteller und die Maschine muss alle Anforderungen der Maschinenrichtlinie erfüllen, wie beim erstmaligen Inverkehrbringen eines neuen Produkts“, erläutert Gast weiter. „Besteht keine wesentliche Veränderung gemäß ProdSG, sind die eventuell anfallenden Änderungen der Sicherheitstechnik trotzdem normativ fachgerecht zu integrieren.“
Phoenix Contact GmbH & Co. KG www.phoenixcontact.de/sicherheit
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