IMV Würzburg Teil 1 – Erdgasfahrzeug Fortsetzung - Automationspraxis

IMV Würzburg

Teil 1 – Erdgasfahrzeug Fortsetzung

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Technik bei umgerüsteten Fahrzeugen:
Fast alle Kraftfahrzeuge mit Ottomotoren können theoretisch für den alternativen Betrieb mit Erdgas umgerüstet werden.

Hier liegt auch der Vorteil des Kraftstoffes, da auf ausgereifte Motorentechnik und Motorenentwicklung der Automobilindustrie zurückgegriffen werden kann und am Motor selbst nur wenige Veränderungen vorgenommen werden müssen.
Nur ein Erdgastank (Stahlflaschen, Kompositflaschen oder moderne EU-genormte Kunststoffflaschen), ein Zuleitungssystem zum Saugrohr und entsprechende Motorenmanagementsysteme müssen integriert und angepasst werden. Außerdem ist in der Regel ein Platzverlust im Kofferraum zu verzeichnen, da die Tanks nur selten wie bei Serienfahrzeugen unterflurig angeordnet werden.
Entsprechende Fachbetriebe können diese Umrüstung nach der europäischen ECE-R 115-Richtlinie hinsichtlich technischer Ausstattung vornehmen. Die Gasanlage muss in den Kraftfahrzeugbrief und Kraftfahrzeugschein eingetragen sein, sonst erlischt die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs.
Eine Nachrüstung von Benzinfahrzeugen kostet zwischen 3200 und 4500 Euro je nach Autotyp und amortisiert sich durch Einsparung der höheren Kraftstoffkosten nach ca. 40 000 – 50 000 km. Die Anschaffung von neuen Serienfahrzeugen oder jüngeren Gebrauchtwagen ist meistens rentabler.
Wirtschaftlichkeit:
Die Vorteile von Erdgasfahrzeugen sind einerseits die im Vergleich zu anderen Kraftstoffen niedrigeren Kraftstoffkosten und der ebenfalls geringere Steuersatz für den Kraftstoff, andererseits die Erfüllung strenger Abgasnormen, die regelmäßig zu einer günstigen Einstufung hinsichtlich der Kraftfahrzeugsteuer führt.
Für den Kraftstoff Erdgas senkte die deutsche Bundesregierung durch das „Gesetz zur Fortentwicklung der ökologischen Steuerreform“ aus dem Jahre 2002 den Steuersatz auf Erdgas für alle Fahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr bis zum 31. Dezember 2020 auf 13,90 Euro pro MWh.
Am 29. Juni 2006 hat die Bundesregierung mit dem Energiesteuergesetz die Begünstigung von Erdgas für alle Fahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr bis zum 31. Dezember 2018 beschlossen. Damit wurde die Steuervergünstigung um 2 Jahre reduziert. Umgerechnet auf den Heizwertvergleich ergibt sich bei Erdgas eine 80-prozentige steuerliche Vergünstigung gegenüber dem Kraftstoff Superbenzin und gegenüber Diesel um ca. 70 Prozent.
Preislich bedeutet dies zurzeit in Deutschland auch einen über 60 Cent günstigeren Kraftstoff je Liter gegenüber bleifreiem Benzin.
Die Kraftfahrzeugsteuer in Deutschland, die sich u. a. nach dem Emissionsverhalten der Fahrzeuge richtet, wird bei Erdgasfahrzeugen fast immer nach Klasse D4/Euro 3 oder Euro 4-Abgasnorm bemessen.
Einige Versicherungsgesellschaften bieten außerdem Sonderrabatte von bis zu 30 % für Erdgasfahrzeuge an. Stadtwerke und Gasversorger subventionieren zudem den Neukauf von serienmäßigen Erdgasfahrzeugen, die in der Regel nicht älter als drei Jahre sein dürfen, mit Tankguthaben von 500 bis 1000 kg.
Gasversorger subventionieren zudem den Neukauf von serienmäßigen Erdgasfahrzeugen. Der Grund für diese Förderung durch die Gasversorgungsunternehmen liegt darin, dass Autos gleichmäßig über das ganze Jahr Treibstoff benötigen. Die Gasversorgungsnetze werden im Gegenteil zu den Heizungskunden durch diese neuen Verbraucher sehr gleichmäßig beansprucht.
Bei einem Vergleichstest der Fernsehsendung WiSo des deutschen Fernsehsenders ZDF im Sommer 2005 ermittelte das Wirtschaftsmagazin, dass ein Erdgasfahrzeug, in diesem Fall der Fahrzeugtyp Opel Combo CNG, mit über 535 km über Land- und Stadtstraßen sowie Autobahnen rund 30 bis 60 Prozent weniger Treibstoffkosten verursachte.
Umweltfreundlichkeit:
Erdgas verbrennt im Motor mit niedrigen Emissionen an Kohlenmonoxid (CO), Stickoxiden (NOx) und unverbrannten Kohlenwasserstoffen (HC) sowie fast ohne Partikel.
Die bei der Verbrennung beispielsweise im Dieselmotor entstehenden krebserzeugenden Rußpartikel und die stark riechenden Aldehyde und Acroleine entstehen bei einem Erdgasfahrzeug nicht.
Das Erdgas, dessen Hauptbestandteil Methan ist, ist der kohlenstoffärmste Brennstoff und verbrennt daher auch praktisch geruchsfrei.
Emissionen von Erdgasfahrzeugen im Vergleich zu anderen Fahrzeugen:
Im Vergleich zum Benzinfahrzeug:
  • Bis zu 25 % weniger Kohlendioxid
  • Bis zu 75 % weniger Kohlenmonoxid
  • Bis zu 60 % weniger reaktive Kohlenwasserstoffe
Im Vergleich zum modernen Dieselfahrzeug:
  • Bis zu 5 % weniger Kohlendioxid
  • Bis zu 50 % weniger Kohlenmonoxid
  • Bis zu 80 % weniger reaktive Kohlenwasserstoffe
  • Bis zu 70 % weniger Stickoxide
  • Bis zu 99 % weniger Rußpartikel bzw. Feinstaubemmission
Tankstellennetz in Deutschland:
An Tankstellen ist komprimiertes Erdgas (CNG) in der Qualität als H-Gas (High Gas) und/oder L-Gas (Low Gas) erhältlich.
H-Gas hat einen Methan-Anteil der bei 87 bis 99,1 Vol. Prozent liegt. Der Heizwert liegt zwischen ca. 10,0 und 11,1 kWh/m3 und damit höher als beim L-Gas.
L-Gas hat einen Methangehalt, der bei 79,8 bis 87 Vol. Prozent liegt. Der Heizwert liegt zwischen 8,2 bis 8,9 kWh/m3.
Seit Mai 2007 gibt es in Deutschland 752 Erdgastankstellen, überwiegend mit H-Gas und zu ca. 25 Prozent mit L-Gas. Das deutsche Versorgungsnetz wird laufend erweitert.
Momentan sind 22 Standorte konkret geplant. Bis zum 23.05.2008 sind 800 Tankstellen prognostiziert.
Die E.ON Gas Mobil GmbH, eine Tochtergesellschaft der E.ON Ruhrgas AG, will bis 2008 in Kooperation mit den Minerölgesellschaften bis zu 150 Erdgaszapfsäulen an Autobahnraststätten, Autohöfen und autobahnnahen Tankstellen errichten. Die Standorte sind aber noch nicht bekannt. (Fortsetzung folgt: Teil 2 Pflanzenölbetriebene Fahrzeuge)
Michael van de Water
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