Automatica 2014 mit neuem Ausstellungsbereich Servicerobotik

Serviceroboter – clevere Kollegen im Einsatz

Flexibel und autonom übernehmen Serviceroboter – teils mit Sprach- oder Gestensteuerung – an der Seite des Menschen komplexe Aufgaben und führen Handlungen individuell aus
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Die Servicerobotik boomt: Zwischen 2012 und 2015 werden weltweit mindestens 93.800 neue professionelle Serviceroboter mit einem Wert von 12,5 Milliarden Euro verkauft, zeigen Zahlen der International Federation of Robotics. Die Automatica wird daher vom 3. bis 6. Juni 2014 erstmalig einen eigenen Ausstellungsbereich zum Thema Professionelle Servicerobotik präsentieren.

Die Umsatzentwicklung in der Servicerobotik zeigt: die Technologie drängt in immer mehr Anwendungsbereichen auf den Markt. Professionelle Serviceroboter sind mit neuen Fähigkeiten ausgerüstet: sie können ihr Umfeld erfassen und interpretieren, sind lernfähig und lassen sich selbst durch Laien für neue Aufgaben instruieren.

Flexibel und autonom übernehmen sie – teils mit Sprach- oder Gestensteuerung – an der Seite des Menschen komplexe Aufgaben und führen Handlungen individuell aus. Mit der wachsenden Tendenz zu einheitlichen Hard- und Softwarestandards sind zudem unterschiedliche Systemkomponenten immer mehr im Baukastenprinzip verknüpfbar.
Im Forschungs- und Innovationsprogramm „Horizont 2020“ hat die Europäische Union (EU) die Robotik zum Schwerpunktthema erklärt. Im Rahmen eines Public-Private Partnerships wird die EU, gemeinsam mit der Industrie, die weltweit größte Initiative in der zivilen Robotik starten.
Neelie Kroes, EU-Kommisarin für die Digitale Agenda, betonte: „Wir wollen den industriellen Vorsprung bei Servicerobotern in der Europäischen Union ausbauen und durch diesen Erfolg neue Arbeitsplätze schaffen. Der Markt für Roboter, die mit Menschen interagieren können, wird immer größer, so dass ich das Vorhaben der Automatica begrüße, der marktreifen Servicerobotik ein eigenes Forum zu geben.“
Konkrete Maßnahmen zur Förderung der Servicerobotik wurden auf EU-Ebene bereits ergriffen. Bis zu 20 kleine und mittlere Unternehmen erhalten einen finanziellen Zuschuss in Höhe von 2.500 Euro plus zusätzliche partielle Reisekostenerstattung für eine Beteiligung am neuen Ausstellungsbereich der Automatica 2014.
Die stille Invasion
Derzeit sind weltweit um die 100.000 professionelle Serviceroboter im Einsatz. An der Spitze stehen Medizinroboter mit einem Umsatzwachstum von 20 Prozent in 2012 im Vergleich zu 2011. Starke Anwendung finden vor allem Serviceroboter für die Computer assistierte und Bild geführte Chirurgie, wobei der Durchschnittspreis eines Exemplars um 1,5 Millionen US-Dollar liegt.
Im Trend liegen Roboter zur Unterstützung von Senioren und Menschen mit Behinderungen. Sie führen Therapie und Training durch, verbessern physische und kognitive Funktionen oder dienen als intelligente Prothesen.
Groß im Kommen sind fahrerlose Transportsysteme für die Intralogistik, für die – zusammen mit den Medizinrobotern – die höchsten Zuwachsraten prophezeit werden. Maßgebend sind hier Navigationstechniken, dank denen mobile Roboter autonom in einem unstrukturierten Umfeld navigieren, dieses erkennen, interpretieren, klassifizieren und Objekte verfolgen können.
Im Landwirtschaftssektor finden besonders Melkroboter starken Absatz. Zusätzlich macht die Feldrobotik 33 Prozent der professionellen Servicerobotik aus. Zwar könnten Roboter viele Aufgaben der Land- und Forstwirtschaft wie Ernten, Besprühen, Bepflanzen oder Zuschneiden übernehmen, doch sind die Anforderungen sehr komplex, so dass noch viel Entwicklungsarbeit geleistet werden muss, damit wirklich alle Anwendungsfälle in der Landtechnik kombiniert beherrscht werden.
Immer stärker nachgefragt sind zudem Bau- und Abrisssysteme, Roboter für professionelle Reinigung, Inspektions- und Wartungssysteme, Roboter für Rettungsaufgaben und Unterwassersysteme.
Blick in die Zukunft
„Stark wachsende Sektoren sind unter anderem mobile Transportfahrzeuge für unterschiedliche Bereiche wie beispielsweise Krankenhaus und Versandhandel sowie Roboter in der Landwirtschaft und Medizinroboter“, urteilt Martin Hägele vom Fraunhofer IPA. „Weiterhin kommt Robotern eine stärkere Rolle in den Bereichen Inspektion und Wartung, Sicherheit und Rettungsaufgaben zu.“
Da Innovationen an den Schnittstellen der Disziplinen entstehen, ist ein enger Verbund von Forschung und Industrie Voraussetzung für zukünftigen Erfolg. Diesen werden, so Roko Tschakarow, Geschäftsbereichsleiter Mobile Greifsysteme bei Schunk, drei zentrale Themen bestimmen: „Die Sicherheit für Mensch und Material, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Entstehung leistungsfähiger Anlagebauer und Systemintegratoren.“
Servicerobotik – zentrales Thema
Die Automatica 2014 präsentiert in ihrem neuen Ausstellungsbereich Professionelle Servicerobotik in der Halle A4 unmittelbar einsatzfähige Serviceroboter und Komponenten aus den Bereichen: Medizin und Pflege, Professionelle Reinigung, Logistik und Landwirtschaft.
Auch das von der Automationspraxis gestaltete Messeforum in Halle B5 greift das Trendthema Servicerobotik entsprechend auf. Vertreter aus der Forschung und Industrie referieren in Podiumsdiskussionen und Präsentationen über jüngste Entwicklungen. So gibt es bereits am Dienstag, dem ersten Messetag, eine Podiumsdiskussion zu den Zukunftsaussichten der neuen Technologien. Am Mittwoch stehen konkrete Anwendungen in der Medizin, Landwirtschaft und in der Produktion im Mittelpunkt.
Hier sprechen zum Beispiel Philip Mewes, Project Lead Innovation bei Siemens AG Healthcare Sector („Patienten-Positionierer, 3D Bildgebung und mehr: Die Zukunft der Robotik in der Medizintechnik „) und Dr. Johannes Sturm, Infineon Technologies Dresden GmbH, Factory Logistics and Automation („Mobile Robotik in der Halbleiterindustrie: Automatisierung bei Infineon Technologies Dresden“).
Der Donnerstag widmet sich dann der Mensch-Roboter Kooperation – zum Beispiel in den Montagelinien der großen Automobilbauer. Hier referieren unter anderem Dr. Michael Zürn, Produktions- und Werkstofftechnik, Senior Manager, Daimler AG („Die Automobilfabrik der Zukunft: Mensch-Roboter-Kooperation als Basis für eine wandlungsfähige Produktion“) und Stefan Bartscher, Senior Manager Innovationen Produktionsressort, BMW Group („Mensch & Roboter: Hand in Hand in der Fabrik der Zukunft“)
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