Elektroindustrie: Prüfzelle direkt mit Logistiklager verknüpft Roboter-Trio prüft Planetengetriebe - Automationspraxis

Elektroindustrie: Prüfzelle direkt mit Logistiklager verknüpft

Roboter-Trio prüft Planetengetriebe

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Intelligent vernetzt ist die Prüfzelle von Martin Mechanic mit dem Logistiklager. Bild: Martin Mechanic
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In einer Prüfzelle für Planetengetriebe von Martin Mechanic sorgen drei Roboter für einen reibungslosen Drei-Schicht-Betrieb.

Die Anlage benötigt für die Prüfung von Planetengetrieben eine Zykluszeit von gerade einmal acht Sekunden. Die Bauteile mit unterschiedlichem Durchmesser liegen in gestapelten Trays bereit und werden über eine motorisierte Rollenbahn dem ersten Roboter zugeführt. Ist der letzte Blisterstapel in Arbeit, signalisiert eine Lichtschranke dem Logistiklager vollautomatisch, dass gefüllte Blisterstapel benötigt werden. Diese werden über ein fahrerloses Transportsystem angeliefert.

Die MPP01876 ist mit zehn Quadratmeter Stellfläche sehr platzsparend konstruiert. Das setzt einen intelligent angeordneten Handling-Ablauf voraus. Der erste Roboter vom Typ Fanuc M-20iA dient allein dem Handling der Kunststoff-Blister. Er nimmt sie einzeln vom Stapel auf, um sie im Wechsel in den beiden Schubladen der Anlage abzulegen, die auf zwei unterschiedlichen Ebenen angeordnet sind. Dieses ausgetüftelte Schubladen-System garantiert ein kontinuierliches Handling der Bauteile. Mit ihm wird eine Wechselzeit von zwei Sekunden erreicht.

Der zweite Vier-Achs-Roboter, ein Yamaha mit 600 Millimeter Reichweite, entnimmt nun die einzelnen Bauteile aus dem Blister, um sie in den Prüftisch einzulegen. Über ein elektronisches Signal erkennt er, ob er in die hohe oder die niedrigere Schublade greifen muss. Ist der Blister geleert, stellt er diesen auf einem Bereitstellungsplatz ab, damit er später wieder befüllt werden kann.

Der Prüftisch ist als Rundschalttisch mit acht Stationen eingerichtet. Zunächst senkt sich ein Magnettunnel über das Bauteil, um es zu entmagnetisieren. Danach taktet der Rundschalttisch zur Gefüge-Prüfung, die ein Wirbelstrom-Messgerät vornimmt. An Station drei prüft eine Kamera die Oberflächenbeschaffenheit der Oberseite. An der vierten Station wird das Bauteil um 180 Grad gedreht, damit an der Folgestation auch die Oberfläche der Unterseite kontrolliert werden kann. Und schließlich wird sie an der sechsten Station auch noch stirnseitig geprüft. Um dabei alle Zahnflanken ausreichend begutachten zu können, wird das Bauteil dabei einmal um 360 Grad gedreht.

Mit einem Laser werden die Bauteile, die den Prüfprozess fehlerfrei durchlaufen haben, an der vorletzten Station beschriftet. Ein Scara-Roboter von Yamaha legt sie danach wieder in den zwischengeparkten Blister ab. Der erste Roboter holt die gefüllten Blister wieder ab und stapelt sie auf dem Austrageband. Fehlerhafte Bauteile werden nach vier Kriterien aussortiert.

Entwicklung und Bau der Anlage dauerten sieben Monate, wobei das Design der Anlage individuell auf den Kunden zugeschnitten wurde. Die beweglichen Teile der Anlage wurden sogar in Sonderfarbe lackiert.

Martin Mechanic
Friedrich Martin
GmbH & Co KG

www.martinmechanic.com

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