Professionelle Servicerobotik auf der Automatica 2016

Roboter im Dienst des Patienten

Das Rewalk Exoskelett gewann auf der Automatica 2014 den ersten ESA BIC Start-up Award (Foto: Messe München)
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Die Servicerobotik revolutioniert die Medizin und Pflege: Von Chirurgie bis Rehabilitation bringt Hightech mehr Qualität. In der Erstellung von Diagnosen, bei komplizierten operativen Eingriffen sowie im Krankenhausalltag wird der Serviceroboter zum perfekten Team-Kollegen des Menschen. Die Automatica wirft vom 21. bis 24. Juni 2016 in München einen Blick auf die Protagonisten einer neuen Ära.

Der Roboter hat viele Gesichter: Als Exoskelett entlastet er Arbeiter als stabile äußere Hülle, wenn sie schwere Objekte anheben und tragen. Diese Idee wandte Rewalk Robotics auf querschnittsgelähmte Menschen an, um ihnen das Gehen wieder zu ermöglichen. Damit gewann die Firma auf der Automatica 2014 den ersten ESA BIC Start-up Award.
Das maßgeschneiderte Exoskelett verbessert Funktion, Sicherheit und Ausrichtung der Gelenke. Der Patient kann spazieren gehen, Gebäude ohne Rampe betreten, Gespräche auf Augenhöhe führen und ist unabhängiger. Das Exoskelett kommt auch in Kliniken für Übungen und Therapien zum Einsatz.
Händchen für Chirurgie
Die Präzision des Serviceroboters bringt in der Chirurgie enorme Vorteile: für Ärzte und Patienten zugleich. Pionier im Operationssaal ist Carlo (Computer Assisted, Robot-Guided Laser Osteotome) der Advanced Osteotomy Tools, der dank Laserlicht Knochen kontaktlos und schonend schneidet. Dabei wird er kontinuierlich durch Sensoren und den Arzt kontrolliert, was Sicherheit und genaueste Abtragung gewährleistet. „Für den Patienten bedeutet das eine optimale Sicherheit des Eingriffs und schnellere Heilung“, erklärt Dr. Alfredo Bruno, CEO bei AOT.
Hoffnung für Tumorpatienten
Die Servicerobotik erlaubt auch in der Radiochirurgie eine schonende Behandlung. Ein Beispiel ist die an der Stanford University entwickelte Cyberknife-Technologie, die durch mobile Robotik und digitale Bildgebung Tumore hochpräzise submillimetergenau behandelt.
„Der Eingriff erfolgt ambulant und ist schmerzlos, das umliegende Gewebe wird geschont, eine Operation erübrigt sich. Meist kann der Patient unmittelbar nach der Behandlung sein normales Tagesprogramm wieder aufnehmen“, erklärt Professor Dr. Alexander Muacevic vom Europäischen Cyberknife Zentrum, das schon 6.000 Eingriffe erfolgreich vornahm.
Einen Patienten in der Strahlentherapie richtig und genau zu behandeln, wird für Ärzte immer kniffliger, denn immer zahlreicher und feiner werden die zu behandelnden Strukturen. Mit dem Positioniersystem von Buck Engineering & Consulting (BEC) lassen sich Patienten flexibel positionieren, hochpräzise ausrichten und punktgenau bestrahlen. „Die Wirtschaftlichkeit der Strahlenquelle steigt, was für Betreiber von Strahlentherapiezentren und Hersteller solcher Geräte ein positiver Aspekt ist“, erklärt BEC-Geschäftsführer Matthias Buck.
Mehr Zuwendung im Krankenhaus
Fahrerlose Transportsysteme feiern Hochkonjunktur. Sie nehmen Pflegepersonal rund um die Uhr schwere Routineaufgaben ab. Für die Betreuten heißt es: mehr persönliche Zuwendung, optimale Versorgung und erhöhte Zufriedenheit. Ein Beispiel dafür ist der autonome mobile Lieferroboter TUG von Aethon: Im hektischen Krankenhausumfeld transportiert er Waren zwischen Apotheke, Labors, Umweltdiensten, Nahrungsverteilung, Wäscheausgabe und Blutbank.
Bluebotics SA entwickelte gemeinsam mit der Oppent SpA das automatisch gesteuerte Fahrzeug Evocart für Krankenhäuser. Die Navigation erfolgt über Laserscanning und kommt ohne Zeichen auf Boden, Wänden oder Decke aus. Evocart wurde auf der Automatica 2014 mit dem 2. Platz im Service Robotics Masters Award ausgezeichnet.
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