Tipps für erfolgreiche Cobot-Einführung: Nicht jede Anwendung ist für MRK geeignet

Ohne Risikobeurteilung geht gar nichts

Anzeige
Die eine richtige Cobot-Lösung gibt es nicht. Daher muss man bei der Umsetzung von MRK-Anwendungen überlegt vorgehen. Zentral ist eine umfassende Risikobeurteilung.

Autor: Dieter Faude, Cobot Consulting

Cobots haben einen großen Vorteil gegenüber Industrie-Robotern: Sie können mit dem Menschen ohne trennende Schutzeinrichtung (z. B. einem Schutzzaun) in unterschiedlichen Formen interagieren – wenn es die Applikation zulässt. Denn eines ist auch klar: Nicht jede Anwendung ist für MRK geeignet. Daher muss man sich die Fragen stellen:

  • Kann ich eine Applikation als MRK-Anlage sicher und effizient mit einem Cobot planen und umsetzen?
  • Oder muss ich doch einen Schutzzaun verwenden, da beispielsweise sehr spitze oder scharfkantige Werkzeuge bzw. Werkstücke benutzt werden oder weil hohe Kräfte und Geschwindigkeiten benötigt werden?
  • Oder ist eine Hybridlösung mit zusätzlichen Sicherheitseinrichtungen sinnvoll und wirtschaftlich?

Solche zusätzlichen Sicherheitseinrichtungen können beispielsweise Sensoren am Cobot sein, oder eine mit Sensoren besetzte taktile oder kapazitive Schutzhaut. Zusätzliche externe Sicherheitseinrichtungen können Sensoren sein, die den sicheren Zugang zur Station überwachen, zum Beispiel: Trittschutzmatten, Lichtschranken, Laserscanner, Radarscanner oder 3D-Kamerasysteme.

Dabei sollte man verantwortungsvoll vorgehen, denn jeder Systemintegrator bzw. jeder, der eine solche Anlage baut, trägt die volle Verantwortung, alle maßgebenden Richtlinien, Normen und den Stand der Technik eingehalten zu haben. Auch der Betreiber einer solchen Anlage ist über die Betriebssicherheitsverordnung in der Haftung.

Somit darf diese Entscheidung – welche Cobot-Anwendung wie realisiert wird – nicht leichtfertig getroffen werden. Dieser Aspekt wird in der Werbung der Cobot-Hersteller oft verharmlost. Denn klar ist: Der Roboterhersteller garantiert nur die Einhaltung der Richtlinien und Normen für den kollaborativen Roboter selbst, nicht aber für den Einsatz oder die Applikation des Roboters.

Ohne Risikobeurteilung geht nichts

Kurzum: Ohne eine entsprechende Risikobeurteilung geht nichts. Durch den nahen oder direkten Kontakt zwischen kollaborierendem Roboter und arbeitender Person ergeben sich zwangsläufig je nach Betriebsart Kollisionsmöglichkeiten (zum Beispiel durch manuelles Eingreifen des Arbeiters in den Werkzeugbereich, durch Beobachten des Arbeitsprozesses oder durch das Eingreifen bei Störungen). Die Folge kann eine Kollision des Roboterarmes mit der Person sein oder aber die Kollision des Werkzeugs beziehungsweise des Werkstücks mit der Person.

All diese Kollisionsmöglichkeiten müssen in der Risikobeurteilung (Risikoanalyse mit Risikoeinschätzung sowie Risikobewertung) betrachtet – und dann entsprechende Maßnahmen zur Risikominimierung umgesetzt werden. Dazu sind auch entsprechende Kollisionsmessungen zur Bestimmung der biomechanischen Belastungen (Kraft und Druck) durchzuführen.

Besonders wichtig: Vor allem muss ein Kollisionsausschluss im besonders gefährdeten Kopf- und Halsbereich des Mitarbeiters mittels festgelegter sicherer Bereichsgrenzen der Roboterbewegungen möglich sein. Trotzdem bleibt natürlich ein Restrisiko bestehen. Diese Verletzungsrisiken durch Kollisionen zwischen Roboter und Personen sind im Rahmen der Risikobeurteilung abzuwägen und zu bewerten.

Cobot Consulting

www.cobot-consulting.de


Zum Autor

Dieter Faude ist ein Pionier der kollaborativen Robotik in Deutschland und hat beispielsweise eine der ersten Cobot-Anwendungen bei VW realisiert. Mit seiner Firma Cobot Consulting steht Dieter Faude nun interessierten Firmen als Berater zur Seite und erstellt als externer CE-Beauftragter die notwendige CE-Dokumentation. Zudem findet man auf seinen Webseiten eine Cobot-Übersicht: https://cobot-consulting.de

Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Schlagzeilen

Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Themenseite Cobot

Erläuternde Beiträge, Neuigkeiten, Anwendungsbeispiele und Hintergrundinfos rund um das Thema kollaborative Robotik

Messevideo


Mechatronik in der Mensch-Roboter-Kollaboration: Die Zimmer Group zeigt, wie es geht.

Kalender

Aktuelle Termine für die Automatisierungsbranche

Whitepaper

Whitepaper aller unserer Industrieseiten

Alle Webinare & Webcasts

Webinare aller unserer Industrieseiten

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de