Startseite » Allgemein »

Museum Börry

IMV Hameln
Museum Börry

Anzeige
Am 07.06.07 begrüßte P. Porosalla, 2. Vorsitzender der IMV Hameln, insgesamt 18 Damen und Herren und den Museumsführer Herrn Brockmann zur Besichtigung des Museums für „Landtechnik und Landarbeit“ und unterstrich die Wichtigkeit, ein solches Museum mit alten Gerätschaften und Landmaschinen zu erhalten.

Nach seiner Begrüßung führte Herr Brockmann aus: Börry hat noch heute 2 Kirchen, die Kirche in Niederbörry ist die optisch bestimmende Mitte einer Gruppe von Bauwerken, zu der das ehemalige Pfarrhaus und ein einfacher Ziegelbau sowie die Häuser des ehemaligen Grave-Hofes in Niederbörry gehören: Wohnhaus (1818), Scheune (1851) und Backhaus mit Schafstall. Dieses gesamte denkmalgeschützte Ensemble wurde von der Gemeinde Emmerthal 1985 aufgekauft, saniert und wird seitdem als Museum genutzt. Scheune und Wohnhaus präsentieren die Dauerausstellungen, in der Kirche finden gelegentlich noch Gottesdienste statt, sonst Vorträge und Sonderausstellungen. Das Nebengebäude hat die Museumswerkstatt aufgenommen, Backhaus und Schafstall dienen jetzt als Café, Kasse und Info-Raum. Im Erdgeschoss des ehemaligen Pfarrhauses ist ein Gemeinschaftsraum eingerichtet, im Obergeschoss befinden sich Wohn- und Archivräume. Im Freigelände werden während der Sommersaison bestimmte Geräte und Maschinen ausgestellt. Die mühevolle, sorgfältige Restaurierung der gesammelten Maschinen und Geräte erfolgte durch Fachkräfte der Gemeinde im Rahmen vom AB-Maßnahmen. Bei der Sammlung und Ausstellung der Objekte wurde darauf geachtet, dass diese auch in der heimischen Landwirtschaft im Einsatz waren, und man hatte die Notwendigkeit erkannt, jene Maschinen und Geräte vor dem Untergang zu bewahren, die zu der Zeit gehören, in der aus Bauernhöfen mit zahlreichen Arbeitskräften landwirtschaftlich-technische Betriebe wurden. Damals löste z.B. der Mähbinder die Sense ab, auf den Tennen klapperten nicht mehr die Dreschflegel, sondern ratterte die Dreschmaschine. Wesentlich war ferner, dass Geräte und Fahrzeuge immer weniger von Pferd und Kuh, sondern von Maschinen gezogen wurden und dass sich diese zunächst nur als Zugmaschinen eingesetzten Schlepper zu fahrbaren Kraft- und Arbeitsmaschinen mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten entwickelten. Einsetzen und Fortgang dieser Entwicklung, die als industrielle Revolution auf dem Lande bezeichnet werden kann, dokumentiert das Museum mit Originalen und Modellen, unterstützt durch Text- und Bildtafeln. Der Rundgang durch das Museum begann im Außenbereich, ging weiter durch die alte Kirche und dann durch die Räumlichkeiten mit den alten Geräten und Maschinen, natürlich immer mit Erklärungen durch Herrn Brockmann. Aus Platzgründen seien nur einige Maschinen genannt, angefangen mit hölzernen und eisernen Beetpflügen, Tief- und Schälpflügen, Drehpflüge, Kipp-Pflüge, verschiedene Eggen, Glatt- und Gliederwalzen, Maschinen für Rüben- und Kartoffelanbau und Ernte, wie Schleuderrad-Roder und Kartoffelsortiermaschine, Maschinen für Getreideanbau und Ernte wie Drillmaschine, Getreidemäher, Mähbinder, Mähdrescher „Claas Europa“, große Dreschmaschine „Fricke“, die verschiedensten Wender zur Heugewinnung. An Werkstätten waren zu besichtigen: Schumacher- Schmiede-Wagner. Die wichtigste Ausstellungsgruppe im Freigelände ist die der Traktoren.

Diese Zug- und Arbeitsmaschine hat das Zugtier in der Landwirtschaft abgelöst und den eigentlichen Wandel vom personalreichen Bauernhof zum technischen Betrieb erst ermöglicht. Lange Zeit wurden diese Traktoren auch zum Betrieb von Großdreschmaschinen über Transmission benutzt. Die Ablösung der Stahlbereifung durch Niederdruckreifen ermöglichte höhere Geschwindigkeiten. Weitere Entwicklungen waren der hydraulische Kraftheber und die Einführung der Zapfwelle, womit die direkte Kraftübertragung vom Schlepper zum Arbeitsgerät möglich war. Waren schon die Ausführungen sehr informativ, so war das Anwerfen der Schlepper-Legende „Lanz Bulldog“ durch Herrn Brockmann das Highlight der Besichtigung. Nach Abschluss des Rundganges saßen alle Teilnehmer an dieser Besichtigung noch für 2 Stunden gemütlich beim sehr guten und reichhaltigen Büffet zusammen. Unser Kollege Fr. Hilgenböcker trug währenddessen auf Platt vor, wie früher ein Schwein geschlachtet wurde, mit dem Titel: „Denn wurd’n Klaren inneschenket“. Am Ende dieser Veranstaltung sprach P. Porosalla dem Museumsführer Herrn Bockmann und den Damen vom Museums-Café Frau Strüver und Frau Meier seinen Dank aus.
P. Porosalla/D. Kleinert
Anzeige
Aktuelle Ausgabe
Titelbild Automationspraxis 2
Ausgabe
2.2021
LESEN
ABO
Schlagzeilen
Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Kalender

Aktuelle Termine für die Automatisierungsbranche

Whitepaper

Whitepaper aller unserer Industrieseiten

Alle Webinare & Webcasts

Webinare aller unserer Industrieseiten

Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de