Startseite » Allgemein »

In Salzgitter sehen die Roboter millimetergenau

Bildverarbeitung: Qualitätsinspektion in der Motor-Endmontage
In Salzgitter sehen die Roboter millimetergenau

Anzeige
Bildverarbeitungs-Systeme des Herstellers Isra sorgen im VW-Werk Salzgitter nicht nur für einen wirtschaftlichen Robotereinsatz. Auch die Qualitätsinspektion in der Motor-Endmontage wird von Kameras überwacht. Autor: Uwe Böttger uwe.boettger@konradin.de

Mit einer bebauten Fläche von 810 000 m² ist das VW-Werk in Salzgitter das größte Motorenwerk der Welt. Lieferanten und andere Werke des Konzerns versorgen den Standort mit Material für den Motoren- und Komponentenbau. Für den Transport sind täglich 35 Eisenbahnwaggons und 145 Lkw notwendig. Umgekehrt verlassen 35 Waggons und 60 Lastzüge mit fertigen Produkten das Werk Salzgitter. „Hier werden mit 7 000 Mitarbeitern täglich rund 8 000 Otto- und Dieselmotoren in 270 Varianten gefertigt, vom kleinen Dreizylinder bis zum Zwölfzylinder für Bugatti“, stellt Uwe Meding heraus, stellvertretender Produkt-Engineering-Leiter im Produktcenter 2 der Motorenmontage und verantwortlich für die Fertigungsbetreuung der Rumpfmotorenmontage.

Die kleinste Benzin-Motorenfamilie bis 1,6 l mit der VW-internen Bezeichnung EA 111 kommt für die VW-Modelle Golf, Polo, Lupo sowie für Seat und Skoda zum Einsatz. „Pro Schicht produzieren wir von diesen Motoren 725 Stück“, weiß Uwe Meding. Um die Produktivität auf dieser Linie in der Halle 2A zu erhöhen und die Qualität weiter zu verbessern, kommen intelligente Bildverarbeitungssysteme der Isra Vision AG aus Darmstadt zum Einsatz.
„In meinem Verantwortungsbereich verrichten derzeit 30 Vision-Systeme ihren Dienst“, berichtet der VW-Experte, der seit 1999 maßgeblich an der Einführung der Bildverarbeitung beteiligt war und seit 1984 im Werk Salzgitter dabei ist. „Ein System ist dabei oft für mehrere Anwendungen zuständig.“ Pro Montagelinie sorgen fünf bis zehn BV-Systeme für einen hohen Automatisierungsgrad.
Der Einsatz der Bildverarbeitung bei VW ist zweigeteilt. Die erste Gruppe von Vision-Systemen ist für die Roboterführung zuständig und bietet einen flexiblen, zuverlässigen und robusten Erkennungsgrad in Subpixelgenauigkeit. Die zweite Gruppe kommt in der Qualitätsprüfung zum Einsatz. Mehrkamera-Systeme führen hier eine komplexe Montage- und Qualitätsinspektion durch.
„Die Bildverarbeitungssysteme haben bei uns verschiedene Rationalisierungsprojekte ermöglicht“, setzt Produktionsexperte Meding fort. Als Beispiel nennt er das Depalettieren und Auflegen von Zylinderkurbelgehäuse auf die Montagelinie. „Das musste früher per Hand erledigt werden“, betont er. Heute führt ein mit Kameras gesteuerter Roboter diese Aufgabe durch. Dank der neuen Technik konnten die bisher verwendeten Verpackungen beibehalten werden, denn der Roboter positioniert die Kurbelgehäuse zielgenau. „Wir brauchen keine aufwendigen Transportbehältersysteme“, berichtet der Techniker stolz. „Dadurch sparen wir viel Geld. Letzten Endes wurde das Rationalisierungsprojekt erst durch die Bildverarbeitung möglich.“
Bei VW werden an solche Projekte hohe Anforderungen gestellt. Ein fixer Betrag muss nach 18 Monaten eingespart sein. „Solche Rationalisierungsprojekte mit Bildverarbeitung gibt es bei uns mehrere“, stellt Uwe Meding heraus und nennt die Depalettierung von Haubenmodulen und Zylinderköpfen als weitere Beispiele.
„Der überwiegende Teil der Vision-Systeme ist in der Montage- und Qualitätsinspektion im Einsatz“, so der VW-Mann.
Die 2D-Systeme überprüfen mit einer Genauigkeit bis zu 1 mm zum Beispiel die Silikonraupen auf Zylinderkurbelgehäusen, den Dichtmittelauftrag auf Zylinderköpfen, den Typ der Dichtflanschen und Zylinderkopfdichtungen und den fertigen Motor in der Motorendkontrolle. Auch die Doppellagigkeit von Zylinderkopfdichtungen haben die Kameras fest im Blick.
In einigen Anwendungen ersetzt die Bildverarbeitung aufwendige Lösungen mit Lasertastern. Uwe Meding: „Der wesentliche Vorteil der Vision-Systeme ist die hohe Flexibilität.“ So lassen sich mit dem Isra-Produkt verschiedene Module auf einer Montagelinie handeln. Hinzu kommt, dass das System bei einer kompletten Produktionsumstellung leicht an neue Anforderungen adaptiert und weiter verwendet werden kann. Dabei müssen meist nur wenige Parameter softwaretechnisch geändert werden. 70 bis 80 Prozent der Anpassungen lassen sich laut Uwe Meding ohne fremde Hilfe vornehmen, da die Systeme mit einer intuitiven Benutzeroberfläche auf Windows-Basis ausgestattet sind.
Isra Vision AG www.isravision.com
Anzeige
Aktuelle Ausgabe
Titelbild Automationspraxis 7
Ausgabe
7.2020
LESEN
ABO
Schlagzeilen
Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

mav Innovationsforum 2020 DIGITAL EDITION

Jetzt Webcast ansehen und spannende Themen und Innovationen erleben!

Messevideo


Mechatronik in der Mensch-Roboter-Kollaboration: Die Zimmer Group zeigt, wie es geht.

Kalender

Aktuelle Termine für die Automatisierungsbranche

Whitepaper

Whitepaper aller unserer Industrieseiten

Alle Webinare & Webcasts

Webinare aller unserer Industrieseiten

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de