Sonderveröffentlichung des Industriemeisterverbandes Deutschland e.V. zu „Bildung in Europa“ (Teil 2)

Europäischer Qualifikationsrahmen (EQF) und Leistungspunktesystem (ECVET)

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Prof. Dr. Volker Gehmlich schreibt in der Einleitung zu seinem Essay, zum Thema „Entwicklung eines europäischen Qualifikationsrahmens“ … „Ein zukünftiges nationales und europäisches Qualifikationsrahmenwerk beschreibt alle erreichbaren Qualifikationen auf der Basis von Lernergebnissen/Kompetenzen, die mit Leistungspunkten/Credits versehen sind, um eine Vorstellung zu vermitteln, welcher Arbeitsaufwand normalerweise eingesetzt werden muss, um diese Ergebnisse erfolgreich zu erzielen. Das formale Lernen wird durch Module strukturiert, und die beschriebenen Lernergebnisse sind Orientierungspunkt sowohl für das nicht-formale, als auch für das informelle Lernen.“ … Diese Aussage findet man umgesetzt als Vorschlag der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft (KWB) für einen Qualifikationsrahmen und ein Leistungspunktesystem in Deutschland und Europa wieder.

Der Vorstand des Industriemeisterverbandes Deutschland e.V. schließt sich dieser These an und unterstützt diese Aussage, weil sie die Parameter enthält, die ein lebensbegleitendes Lernen prägen.

In dem Vorschlag, der vom ZDH Abteilung Berufliche Bildung konzipiert wurde, sind die zentralen Elemente die Komplexität, Vernetztheit, Intransparenz und Dynamik.
Mit diesen Deskriptoren lassen sich Handlungssituationen beschreiben, denen Kompetenzstufen zugeordnet werden können. D.h. je komplexer und intransparenter, vernetzter und dynamischer Entscheidungssituationen sind, die durch das Handeln einer Person bewältigt werden können, desto höher ist das Leistungspotenzial dieser Person zu bewerten und damit auch die Niveaustufe. (Bild 1 zeigt den Entwurf des Qualifikationsrahmens, den die KWB-Arbeitsgruppe „EQF/ECVET“ erstellt hat.)
Lebenslanges Lernen
Was für unsere Zustimmung einen großen Ausschlag gegeben hat, ist die Tatsache, dass, wie bereits festgestellt wurde, dieser Qualifikationsrahmen die berufliche Biographie eines lebenslangen Lernens enthält.
Durch die Einführung von ECVET-Leistungspunkten, die sich an das ECTS-System, das die Studienleistung bewertet, ist eine Vergleichbarkeit hergestellt worden. Als Basis für die Einführung von ECVET sind auch die Akkreditierungen der Ausbildungseinrichtungen nötig sowie die Zertifizierung der Kompetenzen. Hier werden Maßstäbe gesetzt, die für einen internationalen Vergleich als Parameter dienen können. Durch die Vergleichbarkeit der Parameter ist eine objektive Beurteilung der erworbenen Kenntnisse möglich. Da die duale Ausbildung und die darauffolgende Aufstiegsweiterbildung z.B. in Modulen vermittelt wird (s. Bild 2 a + b), ist ein weiteres Kriterium für einen Europäischen Qualifikationsrahmen erfüllt. Diesen Modulen könnten Credit Points zugeordnet werden. Damit wäre auch die Möglichkeit gegeben, in der Aus- und Weiterbildung noch nach Beginn einer Maßnahme ohne große Zeitverluste zu einer anderen Disziplin zu wechseln. Eine Folge wäre z.B. die Abbrecherzahlen in der Erstausbildung zu minimieren, und dadurch einen schnelleren Einstieg in das Erwerbsleben zu ermöglichen. Das bereits erwähnte ECTS-System lässt sich auch auf die berufliche Bildung übertragen ( Bild 3). In einer Beispielsrechnung wurden die Parameter die für die Berechnung der Studienleistungen zugrunde liegen, auf die berufliche Bildung angewandt. Das Ergebnis zeigt, dass die Studienleistungen und die berufliche Bildung, wenn der Qualifikationsrahmen des ZDH/KWB seine Anwendung findet, ein Instrument ist, das die Vergleichbar- und Gleichwertigkeit der beiden Ausbildungsgänge eindeutig darstellt (Bild 4).
Alle diese Argumente und Tatsachen bestärken den Industriemeisterverband Deutschland e.V., sich für die Einführung des NQF/EQF auf Basis des vorhandenen Qualifikationsrahmens des ZDH/KWB einzusetzen.
Industriemeisterverband Deutschland Verband betrieblicher Führungskräfte – Bundesvorstand www.imv-deutschland.de
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