IMV Aachen

Bleierzeugung in Stolberg

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Neun Mitglieder und Gäste der IMV Aachen kamen nach Stolberg, um eine der modernsten Primärbleihütten der Welt zu besichtigen. Nach der Begrüßung durch Herrn Griesel und Herrn Buszka von der Berzelius Stolberg GmbH erfolgte eine kurze Einführung. Hier wurden die historische Entwicklung der Bleigewinnung in Stolberg, der derzeitige Prozess und die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten für Primärblei erklärt. In der 1848 gegründeten Hütte wird seit 1990 Blei im QSL-Verfahren gewonnen. Blei wird heute hauptsächlich in Akkumulatoren, aber auch zur elektrischen Abschirmung, zum Strahlen- oder Säureschutz verwendet.

Bei der anschließenden Betriebsführung konnten die Besucher den Prozess vom Erz zum reinen Blei bzw. zu definierten Bleilegierungen nachverfolgen. Das Kernstück der Anlage, der QSL-Reaktor, ist ein ausgemauertes, 33 m langes, leicht geneigtes Stahlrohr mit einem Durchmesser von 3,5 m in der Oxidationszone und 3 m in der Reduktionszone. Über Zuteilbänder wird ein homogenes Gemisch aus Bleierz und Zusätzen in die Oxidationszone des Reaktors gefüllt und bei ca. 1200 °C unter Einblasen von Sauerstoff geschmolzen. Die bleihaltigen Erze kommen aus der ganzen Welt und werden in Bunkern gelagert. Während auf der Rückseite des QSL-Reaktors ca. alle 40 Minuten der Schlackeabstich erfolgt, fließt auf der Vorderseite kontinuierlich sogenanntes Werkblei, das noch durch verschiedene Metalle „verunreinigt“ ist, in den Abkühlkessel. Alle zum Prozessablauf notwendigen Schritte, wie z.B. Mischung der Erze und Konzentrate, Zuführung dieser Mischungen zum Reaktor, die Sauerstoffeinblasung in den einzelnen Reaktorstufen usw. werden von einem Prozessleitstand überwacht und gesteuert. Das Einblasen der einzelnen prozessabhängigen Medien in die Schmelze erfolgt über Spezialdüsen. Zum Austausch dieser Düsen wird der gesamte Reaktor gedreht, ohne dass er abgeschaltet werden muss. Die Abwärme des Reaktors wird zur Stromerzeugung in einer Dampfturbine genutzt. Die abfließende Schlacke wird sofort mit einem Wasserstrahl abgeschreckt und erstarrt zu Berzelit, einem glasartigen Granulat mit einer Korngröße von ca. 1 mm, das z.B. im Straßenbau eingesetzt werden kann. Als weiteres Nebenprodukt wird das in den Reaktorabgasen enthaltene Schwefeldioxid in besonders reine Schwefelsäure umgewandelt und an die chemische Industrie abgegeben. Das Werkblei wird zuerst in Blöcke gegossen, die zur Raffination wieder eingeschmolzen werden. Hier werden schrittweise unter Zugabe verschiedener chemischer Stoffe die metallischen Verunreinigungen wie z.B. Kupfer oder Silber aus dem Blei entfernt. Abschließend wird das hochreine Blei in 50-kg-Barren gegossen, gekennzeichnet und zu 1,25 t schweren „Paketen“ gebündelt. Die jährliche Produktion der Bleihütte beträgt ca. 155000 t Blei und Bleilegierungen, 120000 t Schwefelsäure, 60000 t Berzelit, 6000 t Kupfer-Bleistein und 350 t Silber. Bei der abschließenden Gesprächsrunde wurden noch offene Fragen der Besucher beantwortet.
Beeindruckt von modernster Hüttentechnologie möchten wir uns bei Herrn Griesel, Herrn Buszka und der Leitung der Berzelius Stolberg GmbH für diese interessante Betriebsführung bedanken.
Rolf Poqué
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