Interview: Armin Wittmann (Messe München) und Thilo Brodtmann (VDMA R+A)

„Automatica zeigt Automation für Leichtbau und E-Mobility“

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Welche Rolle die Zukunftstrends Nachhaltigkeit, Batteriefertigung und Faserverbundstoffe sowie Service Robotik 2012 auf der Automatica spielen, das erläutern Messe-Projektleiter Armin Wittmann und Thilo Brodtmann vom VDMA Robotik + Automation im Gespräch mit der Automationspraxis.

Was sind Ihre Erwartungen für die Automatica 2012 in Sachen Aussteller und Besucher?

Wittmann: Die Automatica wird größer und vielfältiger. Wir haben diesmal fünf Hallen, also wieder eine mehr als 2010. Die Key-Player sind alle wieder dabei. Das bedeutet ein klares Bekenntnis der Branchen zu ihrer Leitmesse. Wir gehen davon aus, dass wir das Niveau von 2010 übertreffen. Unser Ziel ist es, zusätzliche Besucher nach München zu holen.
Ein Diskussionspunkt ist dabei stets die Internationalität der Messe. Wie kommen Sie hier voran?
Wittmann: 2010 kamen über ein Drittel sowohl der Aussteller als auch der Besucher aus dem Ausland. Für die Veranstaltung in 2012 wollen wir den hohen Anteil an ausländischen Ausstellern weiter ausbauen. Dazu sprechen wir in etlichen Ländern mit der Presse und Industrievertretern vor Ort über den Nutzen unserer Plattform. Auch per Online-Marketing kommunizieren wir aktiv mit Anwendern aus der Industrie.
Inwiefern ist die Automatica mehr als eine reine Roboter-Schau?
Wittmann: Die Automatica hat erneut im Bereich Robotik das weltweit größte Angebot. Aber sie bietet mehr als das, sie zeigt die gesamte Automatisierung unter einem Dach. Robotik, Montage- und Handhabungstechnik und Industrielle Bildverarbeitung mit einem Schwerpunkt auf Systeme bilden den Messe-Dreiklang. Wir freuen uns, dass wir im Bereich Sondermaschinenbau in Europa das breiteste Angebot präsentieren können.
Und was werden die Highlights der Automatica 2012?
Wittmann: Die Highlights sind natürlich die Produktpremieren unserer Aussteller! Beim Rahmenprogramm setzen wir auf Zukunftsthemen wie Batteriefertigung und Faserverbundstoffe. Dazu wird es zwei neue Sonderschauen geben: Eine Sonderschau zur Composite Produktion wird die automatisierte Fertigung von Faserverbund-Komponenten zeigen. Und die Sonderschau „Batterieproduktion und Automatisierungstechnik“, die wir gemeinsam mit dem VDMA Fachverband Productronic und der RWTH Aachen veranstalten, stellt die gesamten Abläufe einer Batterieproduktion dar.
Brodtmann: Denn nur wenn Batterien mehr Leistung haben und deutlich preiswerter werden, kommt die Elektromobilität in Fahrt. Das gleiche gilt eben für die automatisierte Herstellung von Compo- sites, die nicht nur in der Luftfahrt- und Automobilindustrie aufgrund ihrer Materialeigenschaften eine zunehmend herausragende Rolle spielen. Auf der Automatica zeigen wir daher, wie die Herstellung automatisiert und damit sowohl qualitativ verbessert als auch wirtschaftlicher gemacht werden kann. Überhaupt ist das Thema Nachhaltigkeit generell von elementarer Bedeutung
Inwiefern?
Brodtmann: Weltweit erkennen die Gesellschaften, dass es angesichts der Entwicklung der Weltbevölkerung kein simples „weiter so“ beim Energie- und Ressourcenverbrauch geben kann. Europa ist diesbezüglich die berühmte Nasenlänge voraus. Schon jetzt ist klar, dass die Produktionstechnik hierbei zum strategischen Erfolgsfaktor wird: Werden die „grünen Produkte“ nicht gleichzeitig leistungsfähiger und kostengünstiger, wird es keinen Massenmarkt geben, und dann werden die politisch vorgegebenen Ziele nicht rechtzeitig erreicht. Den Themenkomplex Nachhaltigkeit besetzen wir auf der Automatica mit unserer Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence.
Abgesehen von den grünen und blauen Visionen: Gerade Lebensmittel-, Medizintechnik- und Pharmabranche gelten als Hoffnungsträger der Automatisierer: Wie sprechen Sie diese an?
Wittmann: Wir haben eine Studie erstellen lassen und bieten in diesem „Automatisierungschancen Guide“ Markterkenntnisse darüber, welchen Wettbewerbsvorteil die Automatisierung in der jeweiligen Branche bieten kann. Um diese Themen fokussiert an die relevanten Besucherzielgruppen zu kommunizieren, nutzen wir das ganze Spektrum des Online-Marketings. Und auf der Messe widmen wir diesen Branchen im Besucherforum, das wir in Zusammenarbeit mit der Konradin Mediengruppe veranstalten, am 23. Mai eine ganze Vortragsreihe. Ohnehin bietet das praxisorientierte Besucherforum etliche „Perlen“ in Sachen Sprecher und Trendthemen an.
Auf dem Forum spielt auch die Zukunft der Robotik eine große Rolle. Was ist hier von der Servicerobotik zu erwarten?
Brodtmann: Mit der Innovationsplattform zeigen wir zusammen mit dem Fraunhofer IPA, welchen Beitrag Serviceroboter künftig zur Verbesserung der Lebensqualität leisten können. Denken Sie nur an die demografischen Herausforderungen, die es in den kommenden Jahren zu meistern gilt. Die Automatica konzentriert sich allerdings auf die Darstellung der professionellen Servicerobotik. Das unterscheidet uns klar von anderen internationalen Messen, die oft auch Serviceroboter für das Kinderzimmer im Bereich unter 100 Dollar zeigen. Wir zeigen Servicerobotik mit Investitionsgüter-Charakter, also für Unternehmen, Milchwirtschaft, Ackerbau, Krankenhäuser, Hotels, Kanal- oder Hochbau.
Werden Serviceroboter als mobile, sichere, leichte und flexible Helfer des Menschen eines Tages so omnipräsent sein wie heute der Computer?
Brodtmann: Serviceroboter werden definitiv eine große Rolle in unserem unmittelbaren Umfeld spielen. Auch der Siegeszug der Computer hat einige Zeit beansprucht: Von Konrad Zuse bis zum iPad war es ein langer Weg. Und die Servicerobotik ist ja schon weit gediehen: Hier gibt es schon zahlreiche Erfolgsgeschichten. Zum Beispiel befinden sich rund 25 000 Melkroboter im Einsatz. Und wir haben praxiserprobte Applikationen auf Farmen, in Krankenhäusern, Kanalsystemen, Kernkraftwerken oder auf dem Meeresgrund.
Wann wird die Servicerobotik den Durchbruch schaffen?
Brodtmann: Es wird sicher noch einige Jahre dauern, bis Serviceroboter gebrechlichen Menschen im Haushalt zur Hand gehen können. Höchst interessant sind für uns aber vor allem Maschinen an der Grenzlinie von Industrie- und Servicerobotik, die als „Produktionsassistenten“ den Werkern in der Fertigung bei den unterschiedlichsten Aufgaben zur Hand gehen: Roboter, die den Werker mobil begleiten und mal palettieren, mal schweißen oder mal lackieren. Solche Roboter, die den flexiblen Einsatzbedarfen in kleinen und mittleren Unternehmen Rechnung tragen, werden wir kurzfristig sehen – lassen Sie sich überraschen.
„Nachhaltigkeit ist von elementarer Bedeutung“
„Fertigungsassistenten werden wir schon kurzfristig sehen“
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