Firmen müssen Akzeptanz für die digitale Transformation schaffen MRK: Die Angst vor dem Roboter nehmen

Firmen müssen Akzeptanz für die digitale Transformation schaffen

MRK: Die Angst vor dem Roboter nehmen

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Die Fertigungsindustrie befindet sich inmitten der digitalen Transformation. Roboter übernehmen ermüdende Routineaufgaben. Das stellt Firmen vor Herausforderungen: Wie gehe ich mit den Veränderungen um? Und wie nehme ich die Angst vor dem Roboter? Autor: Harald v. Heynitz, KPMG
Der Science-Fiction-Schriftsteller Isaac Asimov wagte zur Weltausstellung 1964 in New York eine Prognose für das Jahr 2014. Er beschrieb die Menschheit der Zukunft als eine „Spezies von Maschinenbeaufsichtigern“. Er mutmaßte, dass die Welt des Jahres 2014 nur noch wenige Arbeitsplätze bieten werde, die aus Routinetätigkeiten bestünden. Solche Arbeiten könnten von Maschinen zuverlässiger erledigt werden.
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass Asimov mit seinem Ausblick nicht allzu verkehrt lag. Die Digitalisierung der Produktion hat eine branchenübergreifende Transformationsdynamik losgetreten, der sich kein Fertigungsunternehmen entziehen kann. Denn Fertigungsunternehmen sind heute mit noch kürzeren Produktionszyklen, unzähligen Produkt-Varianten und einem immens hohen Innovationsdruck konfrontiert.
Um der steigenden Komplexität besser gerecht zu werden, setzen Fertigungsunternehmen vermehrt auf Automation und den Einsatz von Robotern. Dabei sollte die Umsetzung der Industrie-4.0-Visionen aber nicht als Substitution der menschlichen Arbeit verstanden werden, sondern als Eintritt in das Zeitalter der Mensch-Maschine-Kooperation.
Viele Entscheider haben bei Investitionen jedoch Bedenken und fühlen sich nicht ausreichend informiert, welche Risiken, aber auch welche Möglichkeiten sich bieten. Nicht weniger stark sind die Bedenken auch bei den Mitarbeitern ausgeprägt: Die Frage, inwieweit der Einsatz von Automationslösungen, Robotern und wissensbasierten Systemen die menschliche Arbeit verändert oder sogar obsolet werden lässt, sorgt für Gesprächsbedarf.
Der Verlust des eigenen Arbeitsplatzes oder die Aussicht, dass sich der Mensch einer lernenden Maschine mit Kontroll- und Steuerungsaufgaben unterzuordnen hat, verursacht in der Belegschaft häufig Unbehagen. Darüber hinaus führen Umstrukturierungen und Transformationen zu Mehrbelastungen bei den Mitarbeitern, was deren Bereitschaft zur Veränderung zusätzlich schmälert. Die Umorganisation des direkten Arbeitsumfeldes wird von der Mehrheit der Mitarbeiter als Stress empfunden. Daher werden häufig Ängste vor steigendem Leistungsdruck geäußert.
Der Erfolg einer Transformation hängt deshalb von den begleitenden Maßnahmen ab – etwa Investitionen in Arbeitsgestaltung, Aufbau- und Ablauforganisation und in qualifizierte und motivierte Mitarbeiter, besonders in der Anfangsphase. Damit der Eintritt in die Industrie-4.0-Phase als gemeinsamer Startpunkt verstanden wird, bedarf es eines großen Maßes an Informationen, Aufklärung und Mitarbeiterbeteiligung. Dass das Management entschlossen vorangeht, stärkt die Bedeutung der strategischen Initiativen, ist aber auch eine notwendige Voraussetzung. Den gleichen strategischen Stellenwert hat das Einbeziehen der Stammbelegschaft.
Denn für ein Unternehmen bedeutet Digitalisierung nicht nur die Entwicklung oder Implementierung neuer Technologien, Kompetenzen und Prozesse, sondern auch die Vorbereitung der Mitarbeiter durch Ausbildung und Qualifizierung auf die neuen Aufgaben. Beispiele zeigen, dass Praxislabore, Zukunftswerkstätten oder Lernfabriken, in denen die praktische Umsetzung der Mensch-Roboter-Kooperation veranschaulicht wird, die Akzeptanz der Mitarbeiter fördert und ihnen hilft, sich praxisnah und bedarfsorientiert weiter-zubilden.
Mitarbeiter sollen sich einbringen
Diese Demonstrationsanlagen und Trainingscenter bieten die Möglichkeit, in einer realen Industrie-4.0-Anlage die Schnittstellen der Mensch-Maschine-Kooperation modellhaft darzustellen. Zudem geben sie den Ideen der Mitarbeiter eine Plattform. Können sich die Mitarbeiter mit Lösungsvorschlägen einbringen, werden sie vom Gegenstand zum Gestalter des Veränderungsprozesses. Und durch die frühzeitige Beteiligung der späteren Nutzer ins Projektteam kann ein nahtloser Übergang von der Planungs- in die Realisierungsphase gelingen.
Die Digitalisierung der Fertigungsindustrie ist aber nicht nur ein Motor für die Neugestaltung interner Prozesse, sondern auch für Innovationen und neue Geschäftsmodelle. Um neue Geschäftsfelder zu erschließen, müssen neue Mitarbeiter mit den entsprechenden Qualifikationen eingestellt oder die Stammbelegschaft damit ausgestattet werden. Der dritte Weg, um Kompetenzlücken zu schließen, ist die Kooperation mit Partnern. Dies bedeutet nicht nur Stellenprofile, Einstellungsprozesse und -kriterien anzupassen, sondern häufig auch grundsätzliche Strukturen einer Zusammenarbeit mit Externen zu schaffen. ↓
KPMG AG
„Für Unternehmen bedeutet Digitalisierung nicht nur neue Technologien, Kompetenzen und Prozesse, sondern auch die Vorbereitung der Mitarbeiter auf die neuen Aufgaben.“ Harald v. Heynitz, KPMG

Der Autor
Harald v. Heynitz ist Partner, Audit und Head of Industrial Manufacturing bei der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
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