IPA Big Data Studie: Mitarbeiter benötigen Big-Data-Qualifikation

Studie zeigt Veränderungen durch Big-Data-Analytik

Mitarbeiter benötigen Big-Data-Qualifikation

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Nur 14 Prozent der befragten produzierenden Unternehmen verfolgen eine konkrete Big-Data-Strategie. Bild: Fraunhofer IPA/Rainer Bez
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Big-Data-Analysen verfolgen das Ziel, Daten sinnvoll zu verarbeiten und damit Mehrwerte zu generieren. Produzierende Unternehmen setzen sie bislang aber kaum ein. Mit einer Studie zeigt das Fraunhofer IPA, welche Veränderungen dafür erforderlich sind.
Big-Data-Analysen gehören im Handel, der Finanzbranche oder bei Unternehmen wie Amazon und Google schon lange zum Alltag. Die Befragung des Fraunhofer IPA hat allerdings gezeigt, dass nur 14 Prozent der produzierenden Unternehmen eine konkrete Strategie verfolgen. „Die Mehrzahl der Teilnehmer erwartet zwar großes Potenzial, erkennt aber den Mehrwert nicht, sorgt sich um Datensicherheit oder es mangelt an Wissen und Personal“, erklärt Dennis Bauer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer IPA. Ihnen soll die Studie „Big-Data-Analytik: Datenbasierte Optimierung produzierender Unternehmen“ den Einstieg erleichtern. Die Online-Befragung mit vertiefenden Experteninterviews zeigt, dass Big-Data-Analytik Veränderungen im Unternehmen mit sich bringt. Besonders betroffen sind die Mitarbeiter. Knapp 99 Prozent sind überzeugt, dass sich deren notwendige Qualifikation mit der fortschreitenden Digitalisierung ändert. „Digitale Werkzeuge, Kenntnisse in der Mathematik, Statistik und IT sowie die Verknüpfung mit Domänenwissen werden wichtiger“, so Bauer. Auch auf technischer Seite muss ein Wandel stattfinden. 70 Prozent gaben an, effizienter zu produzieren, je früher Wartungen und Instandhaltungen eingeplant werden. Anwendungsszenarien wie Predictive Maintenance spielen eine immer größere Rolle; die Prozessplanung wird immer stärker von Unternehmensdaten getrieben. Beim Geschäftsmodell wird deutlich, dass sich Unternehmen zu Serviceanbietern entwickeln. Mit den Anwendungen können sie Bedarfe und Kapazitäten besser organisieren und ihre Services gezielter ausrichten.

Mensch im Mittelpunkt

Bei den abgeleiteten Entwicklungsfeldern steht fast immer der Mensch im Mittelpunkt. „Er muss geschult werden, die Sensibilität der Daten berücksichtigen und sich in neue Strukturen einfinden“, erläutert Bauer. Im Personalmanagement müssen Unternehmen zum Beispiel Weiterbildungskonzepte erarbeiten, die ihre Mitarbeiter auf den Umgang mit großen heterogenen Datenmengen vorbereiten. Auf technischer Seite gilt es, die Datenzuverlässigkeit, -verfügbarkeit und -sicherheit zu gewährleisten. Weiterhin müssen Unternehmen ihre Produktion vernetzen und eine IT-Architektur implementieren. Letzteres stellt sicher, dass die Daten langfristig gespeichert und den Anwendungen für Analysen bereitgestellt werden. Die Big-Data-Studie zeigt Unternehmen auch, wo sie Unterstützung finden. Den Bereich Personalentwicklung decken zum Beispiel das Future Work Lab der Fraunhofer-Institute IAO und IPA in Stuttgart oder die Fraunhofer-Allianz Big Data ab. Die Geschäftsmodelle sind Schwerpunkt der Einrichtung Industrie-4.0-Testumgebung für KMU (I4KMU). Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA Die Studie kostenlos zum Download: https://www.ipa.fraunhofer.de/de/Publikationen/studien.html
Zuordnung der Entwicklungsfelder zu den Veränderungsdimensionen. Bild: Fraunhofer IPA

Praxisorientierter Leitfaden

Da viele Unternehmen mit dem Aufbruch in die Industrie 4.0 zögern, hat ein interdisziplinäres Konsortium aus Forschungseinrichtungen und Unternehmen unter dem Dach von acatech den Industrie 4.0 Maturity Index als handfesten Leitfaden entwickelt. Entlang eines sechsstufigen Reifegradmodells bildet er eine Richtschnur für Unternehmen, die ihre individuelle Roadmap entwickeln möchten. Ein neu gegründetes Industrie 4.0 Maturity Center in Aachen unterstützt Unternehmen bei der Anwendung des Indexes und bündelt als neutrale Plattform die Nachfolgeaktivitäten. Anhand des mehrdimensionalen Reifegradmodells können Unternehmen ihren Status Quo analysieren und ihre Industrie 4.0 Strategie ableiten. Der Maturity Index betrachtet Unternehmen aus technologischer, organisatorischer und kultureller Perspektive. Sechs Entwicklungsstufen zeigen, wie Daten gewonnen, analysiert und nutzbar gemacht werden können. Das Vorgehen berücksichtigt dabei das Zusammenspiel von Informationssystemen, Ressourcen, Unternehmensorganisation und Unternehmenskultur. www.i40.acatech.de
Nützlicher Leitfaden: Der Industrie 4.0 Maturity Index von acatech.
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