Cloud: Kuka paktiert mit SAP – Künstliche Intelligenz: ABB kooperiert mit IBM IT sucht Nähe zur Industrie

Cloud: Kuka paktiert mit SAP – Künstliche Intelligenz: ABB kooperiert mit IBM

IT sucht Nähe zur Industrie

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Kuka kooperiert mit SAP, ABB mit IBM: Wie stark Maschinenbau und IT inzwischen verwachsen, hat die Hannover Messe 2017 gezeigt. Autor: Armin Barnitzke
Während die IT-Messe Cebit als zentrales Branchenevent schwächelt und ihr Heil in einer Terminverschiebung von März auf Juni und in einem neuen Konzept („Nicht mehr klassische Messe, sondern Innovationsfestival für Digitalfans“) sucht, hat sich die Hannover Messe zum neuen IT-Mekka gemausert: Größen wie IBM, HPE, Microsoft, SAP oder Telekom präsentierten sich auf der Hannover Messe 2017 mit beeindruckenden Ständen und draußen vor den Hallen lockten die Zelte von Cloud-Spezialisten wie Salesforce und Amazon Webservices die Besucher.
Auch die Neuigkeiten der klassischen Industrieaussteller rankten sich in weiten Teilen um das Zusammenwachsen von Industrie und IT. „Industrie 4.0 ist die Verschmelzung von klassischem Engineering und IT“, betont Kuka-Chef Till Reuter. „Die Digitalisierung fordert daher die Engineering-Welt auf, offener zu werden.“
Entsprechend hat man in Augsburg nicht nur das Management-Team angepasst, sondern sucht auch verstärkt Ökosystem-Partner – und hat in diesem Zusammenhang eine strategische Allianz mit SAP geschlossen. „Wir setzen dabei auf eine Doppelstrategie“, erklärt Kuka-CTO Dr. Christian Schlögel, ein IT-Experte, der lange Jahre im Entwicklungsmanagement der SAP tätig war. Zum einen sollen die Kuka-Roboter in die SAP Cloud Platform und die SAP Leonardo IoT-Platform integriert werden, um diese Roboter-Daten im Rahmen von Condition-Monitoring- und Predictive-Maintenance-Szenarien auszuwerten.
In ähnlicher Form hat sich übrigens auch Mitsubishi mit SAP zusammengetan, um künftig die Daten seiner Automatisierungslösungen zur SAP Cloud Platform zu übertragen. Aber bei Kuka geht die Kooperation noch ein Stück weiter, denn man schickt nicht nur die eigenen Automatisierungsdaten in die SAP-Cloud, sondern nutzt auch SAP-Technologien als Basis für die eigene Cloud-Platform Conyun.
Mit dem Tochterunternehmen Conyun, ein Start-up mit Sitz in Karlsruhe, baut Kuka eine eigene Cloud-Plattform auf, um Kunden-Daten sammeln und analysieren zu können. Damit tritt man auch in Konkurrenz zu den Cloud-Plattformen der IT-Größen wie SAP, Microsoft oder Google. „Aber nicht immer sind die Größten die Besten“, betont Reuter. Er sieht daher durchaus Potenzial für industrienahe Cloud-Initiativen von Kuka oder Trumpf, da man als Anlagenbauer über die nötige Kundennähe verfüge.
Der Maschinenbauer Trumpf verfolgt mit seiner Cloud-Tochter Axoom, die ebenfalls im IT-Mekka Karlsruhe sitzt, eine ganz ähnliche Strategie. Axoom hat sich aktuell mit dem Darmstädter Softwarehaus Software AG verbündet und will deren Digital Business Platform nutzen, um die eigene Industrie 4.0-Plattform mit verbesserten Integrationsfunktionalitäten auszustatten. Zudem verbessert Axoom mit den Software-AG-Lösungen Apama Streaming und Zementis Predictive Analytics seine Datenanalyse-Funktionen.
Kuka/Conyun und Trumpf/Axoom sind aber nicht die einzigen Industrie-Player, die eigene Cloud-Plattformen aufbauen. Vorreiter ist Siemens mit seiner Mindsphere. In Sachen Cloud Infrastruktur kooperiert Siemens mit verschiedenen Anbietern, darunter SAP Hana, Microsoft Azure oder nun auch Amazon Webservices. Außerdem arbeitet Siemens mit IBM daran, deren Watson Analytics in Mindsphere zu integrieren.
Allerdings hat sich nun auch der Rivale ABB, der mit der knapp 2 Milliarden Euro schweren Übernahme von B&R ohnehin zur Attacke auf Siemens bläst, IBMs Watson als Partner geschnappt – für eine tiefergehende Kooperation. Denn ABB will nicht seine Cloud-Plattform Ability mit Analyse-Knowhow erweitern (hier hat man mit Microsoft Azure bereits einen potenten Partner), sondern vielmehr die kognitiven Fähigkeiten der IBM Watson IoT Plattform direkt in seine Maschinen- und Automatisierungslösungen integrieren.
„Diese Kombination stellt wirklich die nächste Stufe der Industrietechnologie dar. Sie geht über die aktuellen angeschlossenen Systeme hinaus, die lediglich Daten sammeln, und ermöglicht Industriebetrieben und Maschinen, die Daten für die Erfassung von zentralen Informationen für die Analyse und Optimierung zu nutzen“, freut sich Ulrich Spiesshofer, CEO von ABB.
Mit der Kombination aus ABB Ability und IBM Watson will man in Echtzeit kognitive Erkenntnisse liefern – für die Produktion ebenso wie für Smart Grids. Die ersten Lösungen wolle man bereits im Laufe der nächsten sechs Monate auf den Markt bringen, hat Guido Jouret, Digitalchef bei ABB, der Aargauer Zeitung verraten.
SO will man die kognitiver Intelligenz von Watson in der Industrieautomation nutzen, um Fehler mit Hilfe von Echtzeit-Produktionsbildern zu finden. Noch während die Teile den Herstellungsprozess durchlaufen, macht die Lösung den Anwender auf kritische Mängel hinsichtlich der Montagequalität aufmerksam, die für das menschliche Auge nicht sichtbar sind.
Zudem soll Watson Energienetze optimieren, gerade hinsichtlich der Integration von erneuerbaren Energien. Da es hier große Schwankungen sowohl bei der Bereitstellung als auch bei der Nachfrage von Energie gibt, will man mit Hilfe von Watson die Angebots- und Nachfragemuster für Strom anhand von historischen Daten und Wetterdaten für Sonne und Wind vorhersehen.
ABB ist aber nicht der einzige Player, der an der Integration von künstlicher Intelligenz (KI) direkt in die Automatisierungstechnik arbeitet. So hat Omron in Hannover die jüngste Version seines Tischtennis Roboters Forpheus gezeigt, der dank Kameratechnik und künstlicher Intelligenz anhand von Mimik und Bewegungen Spielstärke und Laune seines Gegenspielers erkennt und seine eigene Spielstärke darauf ausrichtet. Zukünftig will Omron solche KI Funktionen direkt in die eigene Maschinen-Steuerungsplattform einbauen. So soll eine Maschine erkennen, ob der an der Maschine arbeitende Mitarbeiter ein Anfänger oder Profi ist und sich darauf einstellen.
Und auch Fanuc, das sich an dem japanischen KI-Startup Preferred Networks beteiligt hat, integriert KI nicht nur in seine Cloud-Plattform Field, sondern auch direkt in die Produktion: In Hannover hat man anhand einer Bin-Picking-Zelle mit zwei Robotern veranschaulicht, wie sich das Thema Deep Learning in einer konkreten Anwendung nutzen lässt.
In dieser KI-Zelle wurden zwei Roboter mit Area Vision Sensor an eine Kiste mit Teilen gestellt, die sie entleeren sollten, ohne eigens dafür geteacht zu werden. Also begannen die Roboter in die Kiste zu greifen und tauschten ihre Erfahrungen über die interne Cloud aus. Die Lernkurve ist beeindruckend: Hat der Roboter nach 1000 Versuchen eine Erfolgsquote von 60 % , kann er nach 5000 Versuchen schon 90 % aller Teile greifen – ohne dass je eine einzige Zeile eines Programmcodes geschrieben wurde. ↓

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