Vormontierte Bildverarbeitungsmodule erleichtern Integration in Anlagen Folieninspektion bis 1200 Meter pro Minute

Vormontierte Bildverarbeitungsmodule erleichtern Integration in Anlagen

Folieninspektion bis 1200 Meter pro Minute

Eine (in diesem Fall blaue) linienförmige Auflichtbeleuchtung sorgt für optimale Lichtverhältnisse. Bild: Stemmer
Anzeige
In den Maschinen von OCS zur produktionsintegrierten Folieninspektion arbeiten bis zu zehn Kameras und prüfen bis zu 1200 m/min. Optische Basis ist Bildverarbeitung von Stemmer Imaging.
„In einer Käseverpackung will niemand eingeschweißte Insekten sehen, beim Blick auf einen TFT-Bildschirm sollten keine trüben Stellen auffallen und in der Isolation von Hochspannungskabeln sind Löcher definitiv nicht erwünscht,“ erläutert Projektmanager Mendo Gusevski. Sein Unternehmen OCS ist auf die optische Qualitätssicherung von Polymeren und den daraus produzierten Folien spezialisiert.
Der Messbereich hängt meist von deren geplanter Verwendung ab. Bei Verpackungsfolien (PET) müssen Fehlergrößen zwischen 150 und 500 μm erkannt werden. Bei technischen Folien betrachtet man 50 bis 200 μm und bei Folien mit speziellen optischen Eigenschaften kann es erforderlich sein, Fehler von 25 bis 100 μm sicher zu erkennen.
Gemeinsam mit Stemmer Imaging hat OCS daher ein modulares Inspektionssystem entwickelt, in dem bis zu zehn Kameras nebeneinander arbeiten können. In der Praxis kommen in den meisten Anwendungen Systeme mit zwei Kameras zum Einsatz und prüfen eine Folienbreite von 1500 bis 2000 mm. Bei Folien für die Verpackungsindustrie reicht meist eine Kamera pro Meter Folienbreite aus. Technische Folien werden mit doppelter bis dreifacher Auflösung und einer entsprechend höheren Zahl von Kameras überprüft.
Um die Bilddaten bei Produktionsgeschwindigkeiten von bis zu 1200 Meter pro Minute in Echtzeit bewältigen zu können, verfügt jede Kamera über einen eigenen Frame Grabber. Beide sind an der Maschine in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht. Integrierte Kühlventilatoren erzeugen einen leichten Überdruck und verhindern, dass sich Staub auf der Optik ablagert. Bei besonders schmutzigen Umgebungen kommen hermetisch dichte Gehäuse zum Einsatz.
Für die Folieninspektion haben sich die Partner auf eine Reihe interner Standards geeinigt. Eingesetzt werden Kameras von JAI und Teledyne Dalsa sowie Frame Grabber von Teledyne Dalsa. Damit lassen sich rund 90 % der Anwendungen realisieren.
Die Puchheimer haben dabei die Rolle des reinen Distributors längst verlassen. „Statt Komponenten liefern wir immer häufiger vormontierte Module, die vorab mit den Kunden genau definiert werden und ihnen Zeit bei der Integration in die Anlagen sparen“, erläutert Georg Schelle, der OCS als Senior Key Account Manager seit vielen Jahren betreut. Die zwischen 100 und 3600 mm langen LED-Zeilen für die Folieninspektionsanlagen stellt Lieferant CCS in Japan mittlerweile kundenspezifisch her. Diese ist durch eine strapazierfähige und austauschbare Kappe gegen Verschmutzung und Kratzer geschützt.
„Im Grunde liefern wir eine modulare Plattform für die Lösungen von OCS, die während der langjährigen Zusammenarbeit gemeinsam entwickelt wurde und sich auf konkrete Anwendungen anpassen lässt“, erläutert Schelle. Die richtige Wahl beim Lichteintrittswinkel ist ein wichtiger Parameter zur Optimierung des Prüfvorgangs. Je nach Aufgabenstellung stellen zudem Beleuchtungsvarianten eine Option dar: Durchlicht oder Auflicht, Hellfeld oder Dunkelfeld.
Im hauseigenen Test- und Schulungszentrum bei OCS befindet sich daher ein Umwickler, an dem Voruntersuchungen durchgeführt werden können. Hier lässt sich die Ausrüstung einer geplanten Anlage anhand von Folienmustern auf die Ziele der Kunden optimieren und unter realen Bedingungen bei Geschwindigkeiten von bis zu 400 m/min verifizieren.
In der Praxis werden dann alle Fehler der Folien in individuellen Bildern erfasst, die bei Bedarf auch im Nachhinein auswertbar sind. Die Analyse-Software erlaubt dem Anlagenpersonal unterschiedliche Darstellungen von Fehlertrends, aus denen sich Alarme und gezielte Änderungen für bestimmte Prozessparameter im Herstellungsprozess ableiten lassen.
So können Probleme mit der Zuführung von Additiven, außergewöhnliche Schmutzeinträge oder beim Wechsel von Pellet-Tanks erkannt und bestimmten Längenabschnitten zugeordnet werden. In späteren Kommissionierläufen können die fehlerhaften Abschnitte der Folien dann herausgeschnitten werden.
„Die derzeit breiteste Bahn, die wir mit unserem FSP-600-System inspizieren, misst 870 Zentimeter und läuft mit 1200 Metzer in der Minute. Diese enormen Datenmengen mit bis zu 400 MB pro Kamera sind nur auf Hardware-Ebene beherrschbar – und entsprechend kommunizieren wir bei Bedarf auch direkt mit den Entwicklern bei Teledyne Dalsa über Details, von denen andere Anwender mit weniger zeitkritischen Abläufen gar nicht betroffen sind“, erklärt Oliver Hissmann, Sales Manager bei OCS. „Die höchste geforderte Auflösung, liegt derzeit bei 25 Mikrometer auf 1500 Millimeter Breite. Das erledigen wir mit zehn synchronisierten Kameras.“ ↓
Stemmer Imaging
Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Unsere Dosis Wissensvorsprung für Sie. Jetzt kostenlos abonnieren!

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper

Alle Webinare & Webcasts

Hier finden sie alle Webinare unserer Industrieseiten

Kalender

Aktuelle Termine für die Automatisierungsbranche

Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de