Von Startups über Mensch-Roboter-Kollaboration und China bis zur Industrie 4.0 Automatica Forumsetzt starke Akzente

Von Startups über Mensch-Roboter-Kollaboration und China bis zur Industrie 4.0

Automatica Forumsetzt starke Akzente

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Das Automatica Forum der Automationspraxis hat erneut Akzente gesetzt. Ob Startups, Mensch-Roboter-Kollaboration, Industrie 4.0 oder China: Alle Toptrends wurden unter die Lupe genommen.

Nicht nur dass die Vorträge auf dem Forum durch die Bank gut besucht waren (bei einige Vorträgen wurden rund 170 Besucher gezählt, die sich bis in die Gänge drängelten) – auch inhaltlich gab es eine ganze Reihe echter Highlights: Für viel Aufmerksamkeit sorgte insbesondere das Thema Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK). So erläuterte der langjährige VW-Personalvorstand Dr. Horst Neumann in seiner viel beachteten Keynote, warum an unterstützenden Roboter-Assistenten in der Fabrik der Zukunft kein Weg mehr vorbei führt – gerade angesichts des demografischen Wandels. Neumann: „Die Arbeit wird menschenwürdiger, wenn wir die monotonen und körperlich schweren Arbeiten den Robotern überlassen können.“

Den Imagewandel des Roboters vom vermeintlichen Jobkiller zum Arbeitskrafterhalter diskutierte ein hochkaratiges Podium aus Dr. Horst Neuman (langjähriger Konzern-Personalvorstand der Volkswagen AG), Dr. Constanze Kurz (IG Metall-Vorstand), Dr. Matthias Umbreit (Berufsgenossenschaft), Professor Dr. Tamim Asfour (Karlsruher Institut für Technologie , KIT) und Helmut Schmid (Universal Robots).
Hier wurde deutlich, dass die Roboter zwar nach wie vor ein Rationalisierungspotenzial besitzen, dass dies angesichts der sinkenden Fachkräftezahlen in Deutschland aber auch dringend notwendig ist. Neumann appellierte in diesem Zusammenhang zudem an Industrie und Forschung, die Entwicklung von sicheren Robotern voran zu treiben und dabei auch den Wildwuchs an unterschiedlichen und verwirrenden Safety-Ansätzen zu lichten.
MRK als Zuschauermagnet
Auf großes Besucherinteresse stießen im MRK-Kontext auch die Vorträge von Prof. Dr.-Ing. Sami Haddadin, Universität Hannover (Mensch-Roboter-Kollaboration: Hin zum professionellen Roboterassistenten für Jedermann), von Markus Richthammer, BMW Group (Quo vadis innovative Automatisierungstechnik im Automobilbau) und von Chris Harbert, Rethink Robotics (die Rolle der kollaborativen Robotik in der Industrie 4.0).
Die aufstrebenden Robotik-Aktivitäten in den USA und insbesondere im Silicon Valley waren ein weiteres Highlight des Forums. Hier ging ein prominent besetztes Podium aus Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl (Fraunhofer IPA), Torsten Kroeger (X: The Moonshot Factory), Professor Dr. Sami Haddadin (Universität Hannover), Andra Keay (Silicon Valley Robotic), Bernd Storm (Bits & Pretzels), Jeff Burnstein (Robotic Industries Association) und Peter Guse (Robert Bosch Startup GmbH) der Frage nach, ob das Silicon Valley mit dem Technologiebeschleuniger Risiko Kapital entscheidend schneller ist.
Ins Silicon Valley fließen Milliarden
Die Antwort: „Jein.“ Zwar fließen gerade im Silicon Valley riesige Summen an Risikokapital in junge Robotikunternehmen, was für großen Schwung sorgt. Aber echt funktionierende Produkte und Geschäftsmodelle seien dabei noch nicht heraus gekommen, bemängelten einige Branchenkenner. Einig waren sich die Diskutanten zudem darin, dass im Silicon Valley zwar eine Menge Know-how in Sachen Big Data und künstliche Intelligenz sitzt, dass Deutschland aber in Sachen Prozess- und Fertigunswissen punkten kann.
Nichts desto trotz kann sich Deutschland in Sachen Gründerkultur und Wagemut einiges vom Silicon Valley abschauen. So berichtete Prof. Sami Haddadin, dass ihn insbesondere ein Gastaufenthalt an der Stanford University zur Gründung des Münchner Startups Kastanienbaum inspiriert habe. Und der deutsche Stanford-Forscher Torsten Kroeger, der mit seinem Unternehmen inzwischen von Google aufgekauft wurde, berichtete anschaulich, wie ihm in Deutschland Steine in den Weg gelegt wurde, als er mit seinem universitären Knowhow ein Startup gründen wollte.
Neben den Wachstumsbranchen Lebensmittel, Pharma und Medizintechnik stand zudem der Boommarkt China im Fokus des Forums. Eine Runde aus Dr. Michael Wenzel (Kuka Industries), Frank Götz, (RBC Robotics), Christoph Hoene (Hoene Consult) und Daniela Bartscher-Herold (EAC) erläuterte wohin die Reise auf dem chinesischen Automationsmarkt geht.
Botschaft des Podiums: Für deutsche Maschinenbauer und Automatisierer lohnt sich der Einstieg in China nach wie vor: „Wann wenn nicht jetzt?“, so der Tenor der Runde. Denn der chinesische Markt wächst immer noch zweistellig und die einheimische Industrie habe den Technologievorsprung der deutschen Firmen noch nicht aufholen können. Allerdings solle man den Einstieg nicht halbherzig betreiben und zudemm dafür sorgen, dass man die richtigen Produkte, die richtige Strategie und den richtigen Partner habe, sonst könne das Ganze auch schief gehen.
Und natürlich widmete sich das Forum ausführlich dem Zukunftsthema Digitalisierung/Industrie 4.0. Zu den Highlights gehörten hier die Vorträge von Dr.-Ing. Stefan Aßmann, Robert Bosch (From Hype to Reality – Industry 4.0 @ Bosch), Hans-Joachim Köppen, IBM (Internet of Things und Industrie 4.0 – von der Technologie zum Business), Stefan Schwerdtle, Festo (Smart Factory in der Praxis umgesetzt) und Dr. Stephan Fischer, Trumpf (Industrie 4.0: Plattform-Dienste für den Maschinenbau).
Kooperation statt Mächteverschiebung
Die abschließende Podiumsdiskussion „Mächteverschiebung durch Digitalisierung: Werden Automatisierer zum IT-Zulieferer?“ zeigte dann deutlich, dass es in der digitalen Zukunft kein Gegeneinander von IT und Maschinenbau geben darf. So betont Rüdiger Fritz (SAP) dass es nicht um Mächteverschiebungen geht, sondern um Effizienzgewinne durch Kollaboration „Wir Softwarehersteller haben viele clevere betriebswirtschaftsschaftliche Datenmodellen, die wir nun mit dem Automatisierungs-Knowhow verzahnen müssen.“ Das bestätigt Prof. Dr.-Ing. Birgit Vogel-Heuser von der TU München. „Wenn wir aus Produktionsdaten lernen wollen, müssen Maschinenbau und IT zusammen arbeiten. Einer alleine schafft es nicht.“
Auch Prof. Claus Oetter, stellvertretender Geschäftsführer des Fachverband Software im VDMA, mag nicht von Mächteverschiebung sprechen: „Nullen und Einsen gibt es im Maschinen- und Anlagenbau schon verdammt lange. Nun kommen eben neue Technologien hinzu, die wir partnerschaftlich adaptieren können und müssen. Dann können wir aus 1 und 1 sogar 4 machen, und nicht nur 2.“
Letztlich, so das Fazit der Runde, ist Industrie 4.0 auch gar kein reines Software- oder Technologienthema, sondern eine Frage des Umdenkens bei traditionellen Geschäftsmodellen – und damit eine absolute Top-Managementaufgabe. „Unter dem Strich ist es eine Entscheidung des CEOs, wie er sein Unternehmen zukünftig positionieren will“, betont Dr.-Ing. Mathias Döbele vom Beratungshaus Dr. Wieselhuber & Partner. SAP-Mann Fritz nickt: „Geistige Beweglichkeit ist Überschrift für Industrie 4.0.“ ↓
„Wenn wir aus Produktionsdaten lernen wollen, müssen Maschinenbau und IT zusammen arbeiten. Einer alleine schafft es nicht.“
Prof. Dr.-Ing. Birgit Vogel-Heuser, TU München
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